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Biographische Skizzen verstorbener Bremischer Aerzte und Naturforscher : eine Festgabe für die zwei und zwanzigste Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte zu Bremen / vom Aerztlichen Vereine zu Bremen
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Johann von Ewich,

geb. 1525, f 1588.

Ein Mann von noch grösserer Bedeutung für Bremen im 16. Jahrhundert war Johann von Ewich. Aus einem adeligen Geschlechte abstammend ward er 1525 in Cleve geboren. Er besuchte als Knabe die damals blühende Schule zu Deventer und bezog dann zur Vollendung seiner Ausbil­dung als Jüngling das wissenschaftliche Collegium zu Cöln, wo er den Studien der Philosophie und der Rechtswissen­schaft oblag und dort wahrscheinlich Baccalaureus beider Rechte und Magister der Philosophie wurde. Schon damals soll er sich durch seine geistigeu Fähigkeiten ausgezeichnet haben. Seine Jugendzeit fiel in die bewegte Periode der Reformation, und diese Zeit der geistigen Entwicklung Deutschlands ging für Ewich nicht spurlos vorüber. Auch er fühlte sich zu eifrigen Forschungen in der heiligen Schrift hingezogen und verliess dann, ergriffen von einem innern Drange die geläuterte Religionslehre anzunehmen, sein Vaterland, wo jene keine ruhige Stätte gefunden hatte. Er wandte sich dem obern Deutschland zu, scheint darauf, wie aus einigen Andeutungen in seinem Buche: de officio magistratus hervorgeht, Frankreich durchreist, die Universität Paris besucht und sich 1551 einige Zeit in Toulouse aufgehalten zu haben. Von da wandte er sich, um die Arzneiwissenschaft zu sludiren, nach Italien, und