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Biographische Skizzen verstorbener Bremischer Aerzte und Naturforscher : eine Festgabe für die zwei und zwanzigste Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte zu Bremen / vom Aerztlichen Vereine zu Bremen
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Valerius Cordus,

geb. 1515 f 1515.

Auch Valerius Cordus, ein des Vaters würdiger Sohn, mag hier gedacht sein. Valerius Cordus ward am 18. Februar 1515 zu Simptshausen, wo die Eltern grade zum Besuch waren, geboren und kam mit seinem Vater 1534 nach Bremen, von dem er theilweise seine Bildung erhielt und dessen Vorliebe für die Pflanzen auch auf ihn über­ging. Der Vater nennt ihn in seinem Botanilogicon schon einen fleissigen Jüngling und einen eifrigen Beobachter. Später ging er nach Wittenberg, hörte hier den Melanchton, und bildete sich in wissenschaftlichen Studien und besonders in der Arzneikunde mit grossem Fleisse aus. Nach des Vaters Tode kam er auf einer Beise durch Deutschland nach Nürnberg, wo er mit mehreren Gelehrten und Aerzten sehr befreundet ward. Cordus hatte ein Dispensatorium über die Bereitungsart der Arzneien aus altern und neuern Schriften zusammengetragen, welches in einigen Städten Sachsens bei den Aerzten Beifall gefunden hatte und zu allgemeinem Gebrauche eingeführt war. Auch in Nürnberg ward Cordus ersucht, sein Buch den dortigen Pharmacien mitzutheilen, aber aus Bescheidenheit oder Klugheit hielt er seine Autorität für Apotheker nicht genügend, bot aber dem Senate das Dispensatorium an, um durch dessen Autorität dasselbe bestätigen zu lassen. Der Senat nahm auch dieses Erbieten sehr wohl auf und übergab das