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Geschichte der Domkirche St. Petri zu Bremen und des damit verbundenen Waisenhauses und der ehemaligen Domschule, von ihrem Ursprunge und mancherlei Schicksalen bis zum Jahre 1828 : mit zwei Abbildungen / von Heinrich Wilhelm Rotermund
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92 Der Erzdischof Friedrich beruft Lutherische Prediger an den Dom.

bekannten, und gingen zur reformirten Kirche über. Nur allein die Gemeine zu Elmlohe, im Amte Bederkesa, wo die Herren von Lieth das Patronatrecht hatten, und die Gemeine zu See­hausen, wo die in Bremen wohnenden Lutheraner den Gottes­dienst besuchten und das heilige Abendmahl genossen, blieben dem lutherischen Glaubensbekenntnisse treu. (S. des Raths zu Bremen wahrhaftigen Bericht von der neuerlichen Einsetzung der Prediger, S. 201.) Die Domkirche in Bremen aber blieb, weil viele Domherren es mit Hardenbergs Parthei hielten, und wegen der Wahl eines neuen Dompredigers nicht einig werden konnten, von 1561 bis 1639 geschlossen. Daher konnte auch das erste Jubelfest zum Andenken der 1536 übergebcnen Augs­burgischen Confession im Jahre 1630 im Dom nicht gefeiert werden.

Der Erzbischof Friedrich beruft Lutherische Prediger an den Dom.

Auf eine sehr stürmische und empörende Art, ohne eigentliche deutliche Zustimmung des Senats, wurden die katholischen Geist­lichen, am 24. März 1532, aus ihrer Kathedralkirche verjagt, wo die Gebeine so mancher Erzbischöfe im Chor ruheten, z. B. Willehads, Anschars, Hermanns, Bezelins, Adelberts, Liemars, Hildebolds, Gicselberts, Florens, Otto I. und II., Johann I. und III., Balduins und Gerhards III. Unter Zank und Streit und gegenseitiger Intoleranz mußte der erste lutherische Dom­prediger, weil er der Augsburgischen Confession nicht treu blieb, Dr. Albert Hardenberg, nach I4jähriger Amtsführung, im Jahr 1561, Bremen und den ganzen Niedersachsischen Kreis verlas­sen? und durch einen dem Christenthum entgegen handelnden Geist wurden im folgenden Jahre die ihrer lutherischen Con­fession und ihrer rechtmäßigen Obrigkeit treu gebliebenen Stadt­prediger vom neuen Rath, auf eine gewaltsame und in der pro-