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Von dem 1555 erfolgten Religionsfrieden
und dieser in s^ci^nwnt.iiii^no S> 378 f., Hardcnberg habe in seinen Predigten dunkle und schlüpfrige Worte gebraucht, und selbst nach England an Buccr geschrieben: ich verberge meine Meinung so künstlich, daß man mich immer für einen lutherischen Prediger, nach der Bremischen Kirchenordnung, halt. In seinen lateinischen Vorlesungen aber habe er Luthern sehr getadelt, anzüglich von der Räumlichkeit und Mensur des Leibes Christi gesprochen, die Grundsatze der Schweizer-Kirche gerühmt, und bei Gastmahlen behauptet, daß auch tugendhafte Heiden sc- ^ig würden, und daß man Hexen und Zauberer durch Unterricht > weit besser, als durch Schwert und Verfolgung, auf den rechten Weg bringen könnte. In den Badstuben und Bi'crschenken sey Hardenbergs Lehre das beständige Gespräch des Volks gewesen, man habe gesagt, der andern Prediger Gott sey ein Gott von Brod, man müßte sich wundern, daß nur noch ein Staubchen von dem so lange gestiefelt oder ungeftiefelt genossenen Leib Christi übrig sey u. s. w. Auch habe er von seiner Kanzel, wie Lasco, Bucer und Mclanchthon, gelehrt, man müsse Zwingli's Lehre vom Abendmahl nicht verdammen. So erhitzt die Gemüther beider Partheien damals schon mögen gewesen, seyn, so wurde der Streit doch noch nicht öffentlich geführt.
Von dem 1555 erfolgten Religionsfricden bis zur Säcu- larisirung des Erzstifts Bremen.
An eben dem Jahre, da der theure Religionsfrieden, nach so vielen Widersprüchen und Arbeiten zu Stande kam, brach in Bremen eine weit aussehende Unruhe und öffentlicher Religionsstreit aus. Der Prediger Joh. Timann war nämlich nun gewiß überzeugt worden, daß es Hardenberg, aus zu großer Anhänglichkeit an Mclanchthon, in der Lehre vom heiligen Abendmahl nicht aufrichtig mit Luther hielt. Er sammelte daher aus den Schriften der Kirchenväter, wie auch aus den berühmtesten lutherischen