Mehrteiliges Werk 
Geschichte der Domkirche St. Petri zu Bremen und des damit verbundenen Waisenhauses und der ehemaligen Domschule, von ihrem Ursprunge und mancherlei Schicksalen bis zum Jahre 1828 : mit zwei Abbildungen / von Heinrich Wilhelm Rotermund
Entstehung
Seite
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Vom Anfang der erzlnschöflicheu Landeshoheit, unter Adaldag, 2t

Mittlere Geschichte.

Zweiter Abschnitt.

Vom Anfang der erzbischöflichen Landeshoheit, unter Adaldag, bis auf da- Wachsthum derselben, unter Adelbert, von 936 bis 1072.

Bisher war die Regierung des Landes, im Namen des Kaisers, durch Grafen und königliche Abgeordnete verwaltet worden, und die Hamburgischen Erzbischöfe hatten nicht die geringste Lan­deshoheit über das Bremische Stift gehabt. Aber jetzt änderte sich die Gestalt der Sachen, durch den siebenten Hamburgischen Erzbischof Adaldag, der von 936 bis 983 regierte, und ein Ver­wandter der Kaiserin Mathildis war. Seine Geschicklichkeit, Höflichkeit und Leibesschönheit setzten ihn bei den Kaisern Otto dem I., II. und III. in ganz besondere Gnade. Selten kam er von ihrer Seite, war ihr vertrautester Rath, und vielleicht ihr Kanzler. Daher war es ihm leicht, nicht nur der Bremischen Kirche, wider die Ansprüche des köllnischen Erzbischofs, Sicherheit zu verschaffen, sondern auch seinem Erzstifte einen großen Zu­wachs und ansehnliche Freiheiten zu wege zu bringen.

So schenkte Otto I. dem Hamburgischen Stifte, auch den Klöstern Ramelslo, Bremen, Birsen und Bücken die Frei­heit, daß kein Graf, oder irgend eine obrigkeitliche Person über alle, zu diesen Klöstern gehörigen Leute, eine Gerichtsbarkeit ha­ben, sondern dem erzbischöflichen Vogte unterworfen seyn soll­ten. Auch verwilligte er der Hamburgischen Kirche alle königli­chen Kammergüter mit allen königlichen Gerechtigkeiten an ge­dachten Oertern. Ferner schenkte er dem Erzbischöfe die Markt­freiheit in Bremen, die Gerichtsbarkeit, den Zoll, die Münzge­rechtigkeit und alle königlichen Einkünfte in dieser Stadt, so wie der Hamburgischen Kirche die Freiheit, einen Erzbischof aus ihrem eigenen Mittel, oder sonst, zu erwählen. Eben so wenig unterließ Adaldag, sich des Kaisers Gunst und Glück zur Vermehrung seiner geistlichen Gewalt zu Nutze zu machen. Otto's Sieg gegen die Dänen schaffte ihm zuerst drei Bischofthümer, rlämlich Schles­wig, Ripen und Aarhus und das slavische Bischofthum Alden-