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Aelteste Geschichte.
Von den ältesten Einwohnern unserer Gegend, bi^zur Stiftung des Bremischen Bischofthums.
ist außer allem Zweifel, daß die Lander, die nachher,as Erzstift Bremen ausmachten und jetzt das Herzogthum Breitn genannt werden, zu den Besitzungen der Chauken oder Chauzn gehörten. Tacitus, einer der größten römischen Geschichtschreibe, der sie naher, als andere teutsche Völker kannte, beschreibt sie uns, (cle moi llzus Aerman. d^). 35.) als eine der größten und berühmtesten Nationen der nördlichen Gegenden unsers Vaterlandes. Sie wurden in die Größern und Kleinern eingetheilt und hatten ihre Wohnungen von der Ems an, bis zwischen die Weser und Elbe. In unserer Gegend hielten sich die großen Chauken auf, und wenn man gleich nicht alles, was von ihnen erzahlt wird, auf die Einwohner dieser Gegend besonders beziehen kann, so hat doch ohne Zweifel die ganze Nation an ihren Kriegen Theil gehabt. Im Jahre fünf nach Christi Geburt hat sie Ti- berius, unter der Regierung des römischen Kaisers Augustus, zuerst bezwungen. Vellejus -Paterculus erzahlt es sehr prachtig, wie dieses zahlreiche Volk, das von so großer Leibesbeschaffenheit gewesen, und in so sichern Gegenden wohnte, seine Waffen übergeben und mit seinen Heerführern vor dem Hauptgezelte des Ti- berius niedergefallen sey. Schwerlich würde er diesem Volke zu Lande beigekommen seyn, aber seine in der Nordsee erschienene Flotte zwang sie zur Uebergabe. Dadurch erhielten sie die Römer eine Zeitlang im Gehorsam. Als diese aber ihre Schiffe anderswo gebrauchten und die Einwohner der hiesigen Gegend die Kriegskunst zur See von den Römern gelernt hatten, blieben sie nicht lange mehr unter der römischen Herrschaft. Unter der
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