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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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aufhalten, wodurch namentlich Hastedt mehr das An­selm einer grofsen Vorstadt, als eines Dorfes erlangt hat. Hier allein ist auch noch einigen früher dort an­sässig gewesenen jüdischen Familien der Aufenthalt gestattet.

Vegesack.

Da, wo die Lesum und die Aue in die Weser münden, liegt zwischen Sandhügeln der Flechen Ve­gesack, zum Gebiete der Stadt Bremen gehörig. Die Häuser sind reinlich und wohnlich; man sieht, dafs hier gröTstentheils Schiffer hausen, denen es durch den Aufenthalt auf den Schiffen zur andern Natur ge­worden ist, sich auch auf dem Lande im kleinen rein, bequem und zierlich einzurichten; daher haben in äl­teren Häusern die Zimmer viele Aehnlichkeit mit den Kajüten; holländische Bauart läfst sich nicht ver­kennen. In neuerer Zeit neigt man sich jedoch auch hier mehr zur moderneren Bauart.

Vegesack ist für den Seehandel Bremens sehr wichtig. Als daher 174l mit dem Amte Blumenthal auch Vegesack an Hannover abgetreten wurde, ver­blieb der Stadt nicht nur der Hafen daselbst mit dem Hafenhanse, sondern auch die niedere Jurisdiction über den Ort. Im Jahre 1,S()3 wurde die Landeshoheit über Vegesack und Zubehör an Bremen ' zurückge­geben. Der 1619 zuerst angelegte wohlverwahrte Hafen, in welchem die entfrachteten Seeschiffe lie­gen, steht unter der nächsten Aufsicht des Hafen­meisters, und dieser unter der ihm vorgesetzten De-