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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
Entstehung
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Die Sammlungen des Herrn Dreiers und des Herrn Garlichs wird kein Kenner unbesehen lassen, um so weniger, da die früherhin in den alten Familien vorhandene Kunstschätze fast sämmtlich ausgewandert sind. In der Sammlung des letztgenannten Freundes der Kunst sieht man mehrere Bilder aus der Nieder­ländischen Schule, einen Hondekoeter, Backhuyzen, van der Velde, Netscher, van der Neer, wie man sie in wenigen Sammlungen schöner linden mögte.

Musik in Bremen f *).

Was seit Guido von Arezzo, Domcapitular in Bremen und Eilinder der seitdem gebräuchlichen fünf Linien und der Bezeichnung der Tonleiter mit ut, re, mi u. s. w. hier für die Musik geschehen ist, darüber habe ich nur Unbedeutendes linden können. Im sie­benzehnten Jahrhundert gab ein Organist, Knoop, an St. Stephani, eine Sammlung Tänze heraus und auf Hochzeiten und bei anderen feierlichen Gelegenheiten spielten die Kathsmusikanten. Noch vor A'ierzig Jah­ren gab es hier keine öffentlichen Concerte, da doch so lange vorher schon in Hamburg die Musik geblüht hatte, wo ein Ludwig Kaiser, Händel, Carl Philipp Emanuel Bach u. a. ein erwünschtes Feld für ihre Talente gefunden hatten. Im hiesigen Dom und auch in andern Kirchen wurden damals zwar auch geistliche Musiken aufgerührt, aber mit einem sehr magern Or-

*) Zum Theil vom Prof. Storck.