416
Schul- und Gelehrtcngeschichte Bremens. +
Die Geschichte des wissenschaftlichen Lebens geht in Bremen, wie in ähnlichen deutschen Städten, von den dafür errichteten Stiftungen, von den Schulen, aus. Diese waren sofort da unentbehrlich, wo zur Gründung, Befestigung und weitern Verbreitung des Christenthums neue Bisthümer gegründet wurden; daher fällt der Anfang literarischer Kegsamkeit unstreitig mit der Stiftung des Bisthums zusammen , d. h. in das letzte Viertel des achten Jahrhunderts. Zwar gibt es keine bestimmte Angabe von der Errichtung einer Schule unter dem ersten Bremischen Bischof Willehadus; allein erwägt man, dafs dies Bisthum auf der Gränze nicht nur der Karolingischen Monarchie, sondern auch der damaligen christlichen Welt, und mit dem Ausblich auf Erweiterung derselben nach Norden und Osten hin errichtet wurde: so mufste wohl sofort an eine Anstalt zur Bildung junger Geistlichen , insbesondere künftiger Missionare, gedacht werden. Denkt man sich weiter hinzu, was theils von Karl dem Grofsen selbst, theils auf Synoden im Allgemeinen zur Verbreitung des Christenthums und des damit verknüpften Beginnens wissenschaftlichen Lebens verordnet wurde; und darf man aus dem Umstände, dafs in einem von Karin der Stadt Osnabrück gegebenen Privilegium schon ausdrücklich Graecae et Latinae Scholae als daselbst bestehend er-