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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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Schöttelkorb, die Katharinen- und Querenstrafse ha­ben sich auf dem Grund des schwarzen Klosters er­hoben. Die Mönche erhielten sich eine Zeitlang, so gut sie konnten, zum Theil durch den Verkauf ihrer kirchlichen Kostbarkeiten , bis der Rath ihnen ein bestimmtes Einkommen auf Lebenszeit und Woh­nung im Kloster zusagte.

Die Kirche dieses Klosters war zuerst von Holz, später ward ein stattliches Gebäude, obgleich in sehr unreinem Geschmack mit runden Pfeilern aufgeführt. Nachdem die Bestimmung derselben durch die Re­formation aufgehört, ward das vorher auf dem Doms­hof befindliche Bussenhaus oder Zeughaus hinein verlegt. Zwischen den Jahren 1820 und 1821 ist eine grofse Veränderung mit dieser Häusermasse vorgegangen. Die Dominikaner-Kirche wurde zusam­mengerissen und in ein Wohn- und Packhaus ver­wandelt. Man wird bald kaum den Ort noch ken­nen, -wo sie gestanden.

So weicht alles lang Bestandene weniger der zehrenden Gewalt der Zeit, als der Allgewalt des Zeitgeistes. Welcher Sterbliche traut es sich unge­straft zu, dem aufstrebenden Menschengeist Fesseln anzulegen? Wie geschieht Manches so ganz anders, als die Klugen, welche auf die Menschheit, wie auf eine Maschine zu wirken geglaubt, sich gedacht hatten !

Das Johannis - Kloster.

Die Franziskaner kamen im dreizehnten Jahr­hundert nach Bremen, und erhielten von der Bür-