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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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sie lebten, von dem Domkapitel, das die Klostergü­ter behielt, versorgt. Die Schmiedezunft erhielt ein ganzes Jahr Befreiung von Wachten und Umpflich- ten, um in den Feierstunden alles noch übrige Mauerwerk niederzureifsen. Mit den Steinen wurde der Weg von der Meinen Weserbrücke bis zum Wartthurm gepflastert. Die Schmiede bewahren noch in ihrem Zunfthause zum Andenken einen me­tallenen Leuchter aus jenem Kloster, dessen einsti­ges Vorhandenseyn auch kein Stein mehr bezeichnet.

St. Katharinen - Kloster.

Schon zehn Jahre nach der Stiftung ibres Or­dens erschienen die Dominikaner in Bremen. Ihre Unabhängigkeit von der Gerichtsbarkeit der Bischöfe, ihr Zweck, an allen Orten zu predigen, welswegen sie auch Predigermönche hiefsen, machte sie den Fürsten, wie den Keichsstädten angenehm, beson­ders da sie auch nach dem durch Bischöfe und Erz-

bischöfe ausgesprochenen Interdict nichts zu fragen #

hatten. Sie sowohl, als die grauen Mönche, die Fran­ziskaner, waren Bettelmönche, also, wenn gleich dem Pabste wichtig und vorzüglich dienstbar, doch den Bi­schöfen, wie der gesammten W eltgeistlichkeit verhafst. Daher wurde ihr Unternehmen, ein Kloster in Bre­men zu bauen, auch nicht von der hohen Geistlich­keit, wohl aber und allein von der Bürgerschaft unterstützt.

Die erste hölzerne Kirche war schon im Jahr 1253 gebaut. Das Kloster wurde später fertig.