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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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mit der dazu gehörigen Kirche zum heil. Geist. Als der letzte Comterherr mit Tode abging, häufte die Stadt sämmtliche Comthureigüter. Diese Kirche, der Schauplatz jener grauenvollen Ermordung des Comthur von Bardewisch und seiner Knechte, die in der Geschichte erzählt ist, und zu dessen Andenhen noch vor nicht langer Zeit ein Steinbild daselbst zu sehen war, diese Kirche, vom Volhe Kan­tersaal genannt, dient wenigstens jetzt nicht mehr zu kirchlichen Zwecken, jedoch ist die Form mit dem Strebepfeiler noch sichtbar.

Veits - Kirche.

Sie lag aufaer dem Osterthor und war von Unwan- nus, dem zwölften Bischof von Bremen, erbaut wor­den. Sie ist wahrscheinlich schon im vierzehnten Jahrhundert, als der Administrator Moriz die Stadt belagerte, zerstört worden. Nur ein Thurm war stehen geblieben, der noch einige Jahrhunderte als Wartthurm diente. Es ist nicht zu vergessen, dafs Änsgarius dem heiligen Vitus, dem Schutzpa­tron der Abtei Corvei, wo Änsgarius als Mönch ge­lebt, zu Ehren, auf der Stelle, wo jetzt Liebfrauen- Kirche steht, eine Vitus-Kirche gebaut hatte.

Unter den Kirchen, die theils gar nicht mehr oder nur zum Theil vorhanden sind, nennen wir noch die Jahobilurche, deren Chor der Schmiede- seunft zur Versammlung dient, und wo man noch einen schönen bronzenen Leuchter sieht, den die Schmiede bei der Zerstörung des Pauli-Klosters