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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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dafs auch hier, wie fast überall, der Geschmack sel­ten auf eine angemessene Form des Monuments und das Gefühl selten auf eine willkommene Inschrift stö'fst, wo doch das Einfachste und Natürlichste in beiden wohl auch das Zwcckmäfsigste gewesen wäre.

Willehade - Kirche.

Der heilige Willehad, ein Engländer, aber von sassischem Stamm, kam als Heidenbekehrer zu Karls des Grofsen Zeit über die See in das Land, wo seine Vorfahren gewohnt, predigte in Friesland, baute an der Weser einige Kirchen, ward bald von Wittekind vertrieben, und seine Jünger und An­hänger wurden erschlagen. Er entfloh hierauf zu Schiff die Weser hinab nach Friesland, ging von da nach Rom, dann nach Frankreich. Aber sein Herz führte ihn trotz aller zu erwartenden Mühen und Gefahren in seinen alten Wirkungskreis, wo er ein beschauliches Leben in der Einsamkeit führte, bis er von Karl dem Grofsen zum Bischof zu Bremen ver­ordnet wurde. In seinen Bemühungen um die Ver­breitung des Christenthums wurde er von den Frie­sen in Blexum ermordet. Sein Leichnam wurde nach Bremen in die von ihm gestiftete St. Peters- Kirche gebracht. Bischof Willerich liefs ihn 70 Jahre später, aus Furcht, die Seeräuber möchten ihn we­gen des Rufs der Wunder, die an seinem Grabe ge­schahen, zu entführen suchen, was damals häufig der Fall war, in die kleine Willehads - Kirche brin-

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