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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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zur Kirche ein. Vierzig Jahre später ward die jetzt noch vorhandene Neustadts-Kirche erbaut, und im Jahre 1682 geweihet.

St. Remberti-Kirche in der Vorstadt.

Als der heil. Ansgarius vor den Verfolgungen der Heiden aus seinem Erzstift nach Flandern fliehen nuifste, lernte er dort Hembertus, ein treffliches Rüstzeug für das Werk des Herrn kennen, nahm ihn mit, bediente sich seiner in manchen Verhält­nissen, auch als Missionar unter den Heiden der Nor­derlande. Nach so manchen Verdiensten ward er sein Nachfolger, der fünfte Bischof von Bremen.

Nach diesem heiligen Rembertus nun wurde, nach allgemeiner Annahme, jedoch nicht mit historischer Gewifsheit, ein in ungewisser Zeit, doch wahrschein­lich während den Kreuzzügen gestiftetes Hospital für Aussätzige (wohin nachmals überhaupt Unheilbare ge­bracht wurden) aufserhalb Bremens Ringmauern be­nannt. Dabei war eine Kapelle, die später zu einer Kirche *) erweitert wurde. Nach Zerstörung dersel­ben in der Belagerung Bremens im Jahre 1547 ver­sammelte sich die Gemeine in dem steinernen Wirth- schaftsgebäude des Hospitals. Dann ward eine neue Kirche im Jahre 1596 errichtet, zu welcher die in der Nähe wohnenden Vorstädter, als zu ihrer Pfarr­kirche , sich anfingen zu halten. Diese Kirche war

*) In den Urkunden lieifst sie Ecrlesia Leprosurum, Kirche der Aussalzigen, auch d» Secken harke, d. h. die Siechenkirche.