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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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nigen ausspricht, den der Stein bedeckt, so finden sich doch manche, die von unwiderstehlicher Wahr­heit zeugen, und bei deren Betrachtung man sich der Trauer nicht erwehren kann, wenn man sieht, wie es immer mehr abzukommen scheint, dafs die Ueberlebenden die Todten durch Stein und Schrift ehren. In dieser Kirche ist eine lateinische Grab­schrift auf eine Frau Adelheid Alers, eine edle fromme Matrone, ein seltenes Muster der Beschei­denheit, im Hause sparsam, gegen Dürftige freige­big, die beweinte Mutter von sechs mit eige­ner Brust aufgesäugten Töchtern.

Am Sonnenweiser dieser Kirche steht ein latei­nischer Vers folgendes Sinnes:

Wie dem Zeiger der Schatten, so folgt der Tod unsern Schritten.

St. Martini-Kirche.

Pabst Gregor der Neunte verordnete durch ein vom 1. August 1227 datirtes Breve die Vertheilung des bisher einzigen Kirchspiels U. L. F. in drei ver­schiedene , deren Grenzen noch heut zu Tage, so wie sie im Breve angegeben, genau zu erkennen sind. Durch die starke Zunahme der Bevölkerung war diese Maafsregel nothwendig geworden. St. Mar­tini-Kirchspiel umfafste das älteste von der Balge und der Weser begrenzte Bremen. Die auf Kosten der Bürger im Jahre 1376 durch den Kathmann Arend Doneldey begonnene und in acht Jahren vollendete