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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
Entstehung
Seite
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Kirchen, Kapellen und Klöster.

Die Kenner altdeutscher Baukunst, namentlich Moller, haben gefunden, dafs in den ältesten deut­schen Kirchen sich eine gemischte Manier zeigt, worin südliche Formen, z. B. flache und nicht sehr hohe Dächer und halbkreisförmige Bogen und Gewölbe vorherrschen; in der zweiten Bauart sieht man noch den antiken Halbkreis, allein das dem Norden ange­messene hohe Dach kommt dazu. Diese spitze und hohe Form des Daches verlangte in harmonischer Bedingung auch die spitz anlaufenden Fenster-, Thür- und andere Gewölbe, wenn auch gleich in den Meinen "Verzierungen der Halblireis noch beibe­halten wurde. Aber auch diese mufsten endlich die allgemeine spitz aufstrebende Form annehmen. Durch dieses Aufstreben erscheinen seit dem zwölf­ten und dreizehnten Jahrhundert alle Verhältnisse der Baukunst schlanker, leichter und kühner. Somit war die Spitzbogen-Bauart in ihrer reinsten Ausbil­dung vorhanden, und erreichte auch sogleich ihr Höchstes, denn der Dom zu Cölln ward im Jahr 1248 und das Münster zu Strasburg im Jahr 1276 ange­fangen; so dafs nur die zweite Hälfte des dreizehn-

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