196
Gebäude aufgeführt, das noch jetzt zu demselben Zwecke dient. In altem Zeiten wurde dieses Haus auch Kaufhaus genannt, so unter andern in der von mir anderswo angeführten Schrift des Kollegiums der Aeltermänner an den Kaiser gegen den Rath. Es ist ein sehr ansehnliches Gebäude, das jedoch in der Architektur nichts Ausgezeichnetes hat. In demselben verwahrt das Kollegium eine Bibliothek und ein eigenes Archiv. Beide sind für die bremische Geschichte wichtig.
An diesem Hause stand die Inschrift: neque Al- bidium, neque Unidium. Sie soll auch am Essenhof gestanden haben. Bekanntlich bezeichnet jener Name einen Verschwender, dieser einen Geizigen. (Hör. Serm. I. 1.) Dieser Satz will also so viel sagen, dafs bei Erbauung zweier der prachtvollsten Gebäude der Stadt die Bauherren weder zu geizig noch zu verschwenderisch zu Werke gegangen.
D <i s Museu m.
Kein Fremder wird leicht unser Museum betreten , ohne sich einer so trefflichen Anstalt von Hei - Ben zu erfreuen, welche eine der ersten dieser Art war, und bald in andern Städten Nachahmung fand. Indem wir etwas ausführlicher die Entstehung und Ausbildung des Museums beschreiben, glauben wir allen denen, die Bremen besuchen, einen Gelallen zu erweisen.
Diese ausgezeichnete Anstalt fand ihre Entste hung in einer Zufälligkeit. Mehrere Bürger verban-