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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
Entstehung
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19.3

diesen Namen mit Recht führt, und von dem Rath­hause, dem Versammiungsplatz des Senats, zu unter­scheiden ist. Die Höfe der Bischöfe hiefsen, so wie die fränkischen Königshöfe, in lateinischen Ur­kunden palatia. An manchen Orten war Pfalz und Rathhaus einerlei, z. B. in Regensburg. Der für dieses schöne Gebäude gewählte Name, den man mit goldenen Buchstaben im Frontispit.z liest, ist also der alten Benennung angemessen. In diesem vormaligen Bischofssitz befindet sich nun auch die städtische Hauptwache und die Post.

Das alte bischöfliche Palatium war im Jahr 1286 gebaut worden, nachdem der Bischof, nach dem Vor­gange Bischof Chrodegangs von Metz im achten Jahr­hundert, bis dahin stets in einem Kloster, der jetzi­gen Gelehrtenschule, mit seinen Mönchen, Kanoni- chen genannt, gewohnt hatte. Durch eine Gallerie stand der Bischofspalast zur Bequemlichkeit des Erz- bisehofs mit dem Dom in Verbindung. Man mul's aber nicht glauben, dafs sich der Erzbischof gewöhn­lich in demselben aufgehalten habe, sondern in Bre­mervörde. Es findet sich, dafs 1446 der Bürger­meister Johann Vrese in demselben gewohnt hat.

Der Schütting.

Die Vorsteher oder Aeltermänner der Kaufmann­schaft kauften schon im Jahr 1425 ein grofses Haus, um in demselben ihre Zusammenkünfte zu halten. Es wurde wegen Baufälligkeit im Jahr 1537 nieder­gerissen, und an dersclbigen Stelle das stattliche