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auf bis zu dem Palatium, dann stieg er vom Pferde, legte das Schwerdt nieder, hielt des Erzbischofs rechten Steigbügel, und wenn derselbe abgestiegen ■war, so kniete er nieder und bat um Ertheilung seines Amtes. Nach kurzem Bedenken hülste und belehnte ihn der Erzbischof. Hierauf schwor der Marschall, und brachte das Pferd weg, wenn der Graf von Brochhausen nicht zugegen war. Sodann kniete der älteste Bathsherr nieder und huldigte im Namen der Stadt, und allen Geächteten wurde die Bückkehr erlaubt. Bei solcher Gelegenheit schlug der Erzbischof auch Bitter vor dem Palatium.
Den folgenden Tag zog er zur Kirche, wo das Te deum gesungen wurde, die Kapitularen von ihm den Eid empfingen, und ihm darauf die Burgen des Stifts und die Kleinodien übergaben. Hierauf leisteten die Kastellane, Vögte und andere Beamte den Eid der Treue.
Wie oft dieser Domshof der Schauplatz bürgerlicher Unruhen war, sieht man aus dem Abrifs der Geschichte. Jetzt ist er alle Tage um Mittag wegen der Wachtparade und der schönen militärischen Musik sehr besucht. Andere Feierlichkeiten fallen hier nicht mehr vor.
Das Stadthaus.
Auf dem Domshofe erhebt sich seit kurzer Zeit das aus dem erzbischöllichen Palatium hervorgegangene Stadthaus, welches, in so fern die administrativen Schreibstuben in demselben enthalten sind,