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noch immer am achtzehnten Oktober zum Andenken der Leipziger Schiacht; denn wir schämen und scheuen uns nicht, diesen wichtigen Tag in Bremen alljährlich feierlich zu begehen mit Militäraufzug, frommem Gesang einer unzählbaren Menschenmenge in allen Häusern, auf den Dächern rings um den Markt zu dem hehren Schall der Posaunen und Zinken, die von der Rathhausgai'ierie herab den Gesang leiten. Nicht oft ist mir etwas Innigeres und Feierlicheres voi'gekommen, als dieses »Nun danket alle Gott« einer einst so unglücklichen, jetzt sich beglückt fühlenden frommen , gerührten Bürgerschaft, im Angesicht des ehrwürdigen herrlich gebauten Rathhauses, des stattlichen Schüttings, der modischen Börse; und der so ehrwürdige, steinerne Roland blickt so ernst hinaus, als wenn auch er es fühlte, dafs er nun nicht befürchten darf, umgestürzt zu werden, und dafs der Glaube der Bürger an seine Unvernichtbarkeit ihnen auch die Klugheit und die Mittel an Hand geben werde, ihn Tor Umsturz zu bewahren.
Der Domshof.
Dieser gröfste und schönste, obgleich etwas abschüssige Platz wird durch das Stadthaus mit der Hauptwache, die neuere Seite des Doms, das Pelri- waisenhaus, das Museum, und manche ausgezeichnete Gebäude eingefafst; ein Viertheil des Raumes ist mit Linden bepllanzt.
Wo jetzt die Wachtparade aufzieht, wurden