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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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vortreffliches Zeichnen ein günstiges Vorurtheil für sich gewonnen, zeichnete den Rifs zu der Börse und verfertigte auch von Holz das Modell dazu. Beides fand Beifall und der Rath trug ihm auf, das Gehäude auszuführen; der Anfang wurde im Jahr 1686 gemacht.

Andere Meister und die Steinmetzen machten bedenkliche Gesichter über die Schritte des Franzo­sen, aber dieser mit der seiner Nation eigenthümli- chen Zuversichtlichkeit wul'ste sie so einzuschüch­tern, dafs sie gern schwiegen.

Als die vier Wände standen, und nun die Last der bereits fertig gehauenen Steine zum Fries, als Unterlage des Daches aufgesetzt werden sollten, fand es sich, dafs die Mauern zu schwach waren; er be­festigte dieselben daher mit grofsen Eichbalken, die er mit eisernen Klammern mit den Mauern verband, und diese sollten nun die gesammte Last tragen.

Indessen hatte der Bau schon aufserordentlich viel gekostet, und der Rath üng an bedenklich zu werden, man verdingte daher das noch Fehlende ge­gen eine grofse Summe dem Baumeister; allein ehe man es sich versah entfloh er mit seinem Weibe, und liefs das Werk unvollendet. Hierauf unternah­men es zwei andere Baumeister, diesem Gebäude seine Vollendung zu geben. Man rechnete die Ko­sten auf 25000 Thaler.

Der Roland. Unter Kaiser Otto dem Zweiten waren in raeh-