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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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sehr allen Rheinweins) weichen dem sehlechtesten un­ter ihnen, dem Judas Ischariot. Der älteste Wein soll über zwei hundert Jahre alt seyn, doch soll ein alter Moselwein den Preis über alle davon tragen.

In dem gröfsten Zimmer werden Fremde ge- Avöhnlich auf eine akustische Merkwürdigkeit auf­merksam gemacht, die man auch anderswo findet, und meistens ein Werh des Zufalls ist.

Der Keller steht unter einer eigens angeordne­ten Administration; der oberste Kellerbeamte führt den Titel Kellerhauptmann. Galletti sagt in seinem neuesten Werh »Deutschland« der Keller habe sonst hostbare Weine enthalten. Da nicht leicht ein Fremder von Bedeutung, der Empfehlung in Bremen hat, hier durchgeht, ohne dafs man ihm eine Ehre im Keller erwiese, so begreifen wir haurn, woher der geschätzte Professor Galletti diese irrige Kunde haben kann.

Die Börse.

Gegen das Ende des siebenzehnten Jahrhunderts fand die Direction des Rathskellers denselben schul­denfrei, und es wurde daher vom Rathe beschlossen, die Einkünfte desselben zur Errichtung einer regel- mäfsigen Börse zu verwenden, nachdem bis dahin die Kaufmannschaft sich vor dem Rathhause auf einem offenen mit Bäumen bepflanzten Spaziergang zu ihren Geschäften versammelt gehabt hatte. Ein französi­scher Flüchtling, Namens Proves, der durch sein

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