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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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von dem Feinde. Herzog Erich verlor viele Men­schen an Todten und Gefangenen, dazu achtzehn Stück grofses Geschütze, darunter folgende ge­nannte: der Leopard, die Nachtigall, die Katharine von Sachsen, die Sängerin, der fliegende Drache, der Falk u. s. w., die nach Bremen gebracht wur­den , und zehn Jahre bis zur Rückgabe auf dem Domshof standen. Auch Erichs Streithengst und prächtige Pistolen fielen in die Hände der Bremer. Die Zahl der getödteten Feinde betrug 2500, die Zahl der Gefangenen 2519- Auf den Pfingsttag wurde sämmtlichen Fürsten und höhern Offizieren des siegreichen Heeres auf dem Schütting ein treff­liches Gastmahl gegeben.

Bremen wurde gegen einige Opfer, die es brin­gen mufste, von der Reichsacht frei. Die Lehns­herrlichkeit über Esens und Witmund mufste an den Kaiser abgetreten und Mitunterhaltung des kaiserli­chen Kammergerichts angelobt werden.

R e 1 i g i o 11 s u n r u Ii e n.

Unter den in Bremen mit Festlichkeit empfan­genen Fürsten und Herren war ein Mann, der für Bremen wichtig werden sollte, der Prediger Albert Hardenberg, der in der Schlacht nebst andern Prä- dikanten mit, Beten und Singen die Krieger zur Schlachtfreudigkeit ermuntert hatte. Er war ein Friese, der sich früh zu den neuern Lehren ge­wandt, in Löwen die akademischen M ürden erhal­ten, in Mainz Vorlesungen gehalten, später in Löwen