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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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ausgewichenen Raths wurde vorgelesen. Der Stadt- hauptmann Heine Woltken und Andere, sammt den herein verordneten Kriegsleuten aus 'den vier Gohen, von Lehe und Bederkesa, wo sich der ausgewi­chene Rath aufhielt, waren gerüstet und schlaehtfer- tig, welches der kräftigen Ermahnung Wolthens nicht wenig Nachdruck gab. Die ganze Gemeine erklärte sich für die Entsetzung der Hundert und vier.

Der versiegelte Brief, durch den der Rath die Hundert und vier hatte bestätigen müssen, wurde aus Johann Doves Haus auf der Wachtstrafse, wo er mit gröfster Sorgfalt verwahrt worden, herbeige­holt. Cord Hemeling besah die Urkunde, ob sie auch die rechte sey, hielt sie darauf hoch vor den Augen der ganzen Gemeine empor, und durchstach sie mit dem Messer zweimal. Bei diesem Anblick entblöfsten alle rechtlichen Bürger die Häupter und dankten Gott innig. Somit war die Herrschaft der Hundert und vier am Ende.

Rückkunft der Ausgewichenen.

Herrlich wurden die Bürgermeister und der Rath, begleitet von der stiftischen Ritterschaft, ein­geholt. Der Rathmann Berend Scharhar und die Hauptleute Woltke und Huge zogen mit vierzig ge­rüsteten Pferden bis Walle entgegen. Die ganze Stadt hatte sich wie zu einem Freudenfeste gerüstet; festlich waren alle Menschen geschmückt, prächtige Teppiche hingen aus den Fenstern, mit Blumenge­hängen waren Häuser und Strafsen geziert. Die