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als sie bei Veranlassung städtischer Unruhen ron den gewaltthätigen hundert und vier Männern im Dom überfallen, in den Hören gest ört und mifshan- delt wurden, und ein Predicant die Kanzel bestieg. Hierauf' hörte der katholische Gottesdienst im Dom ganz und für immer auf; wenn auch gleich später das Domkapitel, das indessen gröfslentheils protestantisch geworden, zurückkehrte.
Innere Unruhen.
Unter solchen Verhältnissen mufste der Rath stets auf Feindseligkeiten von Aufsen gefafst seyn; er befesligte deswegen die Stadt und liefs niederreis- se7i, wo aufserhalb der Feind eine Stellung nehmen konnte. Ein Angriff' des Erzbisehofs lief glücklich für die Stadt ab; ein versuchter Vergleich blieb fruchtlos.
Indessen zog ein Gewitter über dem Gemeinwesen herauf, das lange drohete, dann furchtbar ausbrach. Die vor Kurzem eingeführte Reformation, die feindliche Stellung gegen den Erzbischof, das Kapitel und die übrige Geistlichkeit hatte die Gemüther an Neuerungen gewöhnt, und der Geist der Unruhe war so wenig zu beschwichtigen, dafs im Gegentheil jeder Anlafs, Neues an die Stelle des Alten zu setzen, selbst ohne Rücksicht, ob die Aen- derung auch eine Besserung sey, oder ob die Folgen erwünscht seyn würden, begierig ergriffen wurde. An solchem Anlafs fehlte es auch in der innern Einrichtung unserer Staatsmaschine nicht. Das Rechl des