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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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der Stadt, und Lewog den Grafen Engelbert von der Mark mit sechshundert Gleven *) zu Hülfe zu kommen. Alles wurde bereit gehalten, der Graf mit bedeutender 31annschaft lag um die Stadt her; da kam ein Brief, nachdem er den gelesen, brach er, ohne ein Wort zu verlieren, mit all seinem Volke wieder auf, und zog fort, und kein Anerbieten konnte ihn anderes Sinnes machen. Nach dem Ge­brauch damaliger Zeit fehlte es nicht an Spottge­dichten auf ihn und seinen Abzug, und es wurde ihm feige Flucht vorgeworfen. Der Graf vernahm diefs so übel, dafs er einige Jahre später mit Mann­schaft in der Stadt Gebiet rückte und viele Häuser im Vielande verbrannte.

In dem Treffen bei Verden wurden die Bremer geschlagen, viele reiche Bürger, viele des Baths, der damals über hundert Mitglieder zählte, wurden gefangen und mufsten sich mit schwerem Gelde los­kaufen. Auch ihr Plan, Hoya vermittelst zweier Kriegsfahrzeuge, Eichen genannt, einzunehmen mifs- lang; dagegen eroberten sie auf der Heimkehr die Burg Thedinghausen. Darauf kam es zum Frieden.

Die Grande Compagnie.

Aus dem eben erzählten Kriege entsprang bald eine bedeutende Unruhe in der Stadt, indem dieje­nigen , die sich durch eigenes Vermögen aus der Gefangenschaft des Grafen von Hoya losgekauft,

*) Eine Glavie oder Giere sind fünf Reiter.