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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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Als die Mannen dem Erzbischof ansagten, die Stadt sey gewonnen, er möge nur hineinziehen, sprach der verständige Mann: »Nein, das werde ich nimmer thun, da Gott mit ihnen krieget; heute ge­sund, morgen todt, das kann uns auch begegnen, es wäre grofse Sünde und Schande. Wir haben ihnen genug Schaden gethan, das hätten wir gern unterlas­sen, wenn es möglich gewesen wäre. Wir haben so manchen schönen Tag da verlebt, mit Tanz und Lust, mit Jungfern und Fräulein. Sind wir Feinde, wir können wieder Freunde werden.« Nach diesen Worten zog er ab.

Die Bürgerschaft, die den Rath zur Feindschaft gegen Moriz gezwungen, erkannte ihr thörigt Werk, rieth zur Sühne mit ihm, und schwor, sie wolle nie wieder gegen des Raths Willen thun. Gottfried blieb Erzbischof und Moriz wurde Administrator des Stifts, mit dem Beding, jenen anständig zu unter­halten, was nicht immer geschehen zu seyn scheint.

Krieg mit dem Grafen von Hoya.

Unterordnung unter höhere Einsicht fällt dem ungebildeteren Bürger des Freistaates stets schwer, er ist im Gegentheil der natürliche Widersacher der Einsicht, weil er von ihr Uebervortheilung fürchtet,

desgleichen, in Lübeck neunzig tausend, ja sogar einmal auf einen Tag tausend fünf hundert. Aber die zunehmende Be­völkerung, die innerhalb der Stadtbefestigung selbst nicht Raum hatte, liefs sich aufserhalb nieder und gründete die Vorstädte.