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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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Krieg mit dem Domdechant Moriz.

Vier wichtige Kriege wurden binnen sechszehn Jahren von den Bremern geführt.

Gottfried Graf von Arensberg war vom Pabst, hingegen der Domdechant Moriz Graf von Olden­burg vom Kapitel zum Erzbischof gewählt worden *). Moriz war Herr des Stiftes und aller Schlösser, und der Rath fand es angemessen, den Erfolg des Schisma ruhig abzuwarten, und den anzuerkennen, der Sieger seyn würde.

Gottfried wufste indessen unter der Hand vier Bürger zu gewinnen, die vor dem Rath erschienen, die entschiedene Bechtmäfsigheit Gottfrieds, als des vom Pabst erkohrnen Erzbischofs, darstellten, den Rathmännern ihre Pärtheilichheit für Moriz* mit dem sie geschmaust, getrunken, getanzt, und Hofgepränge mit Frauen und Jungfrauen getrie­ben, vorhielten, und den Rath nicht allein zwan­gen, seine ruhige Stellung zu verlassen, sondern auch dem Domdechant Moriz Fehde anzusagen.

Der Krieg wurde von beiden Seiten mit vieler Verwüstung geführt. Moriz hatte grofse Vortheile für sich und schadete besonders dem Handelsver­kehr, auf den Strafsen wie auf der Weser; wollten die Bremer etwas gegen das Erzstift gewinnen, so mufste eine Brücke über die Lesum geschlagen, die­selbe verbollwerkt, und durch Erbauung einer Burg,

*) 1349.

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