43
Krieg mit dem Domdechant Moriz.
Vier wichtige Kriege wurden binnen sechszehn Jahren von den Bremern geführt.
Gottfried Graf von Arensberg war vom Pabst, hingegen der Domdechant Moriz Graf von Oldenburg vom Kapitel zum Erzbischof gewählt worden *). Moriz war Herr des Stiftes und aller Schlösser, und der Rath fand es angemessen, den Erfolg des Schisma ruhig abzuwarten, und den anzuerkennen, der Sieger seyn würde.
Gottfried wufste indessen unter der Hand vier Bürger zu gewinnen, die vor dem Rath erschienen, die entschiedene Bechtmäfsigheit Gottfrieds, als des vom Pabst erkohrnen Erzbischofs, darstellten, den Rathmännern ihre Pärtheilichheit für Moriz* mit dem sie geschmaust, getrunken, getanzt, und Hofgepränge mit Frauen und Jungfrauen getrieben, vorhielten, und den Rath nicht allein zwangen, seine ruhige Stellung zu verlassen, sondern auch dem Domdechant Moriz Fehde anzusagen.
Der Krieg wurde von beiden Seiten mit vieler Verwüstung geführt. Moriz hatte grofse Vortheile für sich und schadete besonders dem Handelsverkehr, auf den Strafsen wie auf der Weser; wollten die Bremer etwas gegen das Erzstift gewinnen, so mufste eine Brücke über die Lesum geschlagen, dieselbe verbollwerkt, und durch Erbauung einer Burg,
*) 1349.
4