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waren so viele neue Mitglieder, man weifs nicht wie, unter mancherlei Vorwänden, und weil jeder gern seinen Anhang verstärken wollte, hinzugekommen, dafs man einmal hundert und vierzehn in den Registern zählt.
In dieser Zeit hatte die Stadt nach Aufsen Unfrieden mit den Nachbaren und im Innern so viel Zwietracht, dafs man die Herrschaft der unvernünftigen Menge über die verständigen Wenigen nur gar zu deutlich erkennt.
Erst um das Jahr 1351 sind wieder nur sechs und dreifsig Uathsherren. Aber auch selbst, diese Entfernung so vieler Rathmänner, um die geringere Zahl wieder herauszubringen, konnte nicht ohne Partheiungen abgehen, und scheint noch nicht von Dauer gewesen zu seyn.
Die Rasalsbrüder.
Fast in allen Städten des Mittelalters vereinigten sich die Bürger, je nachdem sie zusammen pafs- ten, in Gesellschaften, oft in Waffenbrüderschaften, die sich irgend eine Benennung beilegten, und in einem bestimmten Hause oder in einer Trinkstube zu versammeln pflegten. In diesen Gesellschaften stellten sich bald die politischen Partheien des Staats dar, die Bürger gegen die Adelichen, die Mittelbegüterten gegen die Reichen.
Eine solche war in Bremen die Kasalsgesell- schaft, die ihr Versammlungshaus in dem festen Hofe Curt's von Gröpelingen an der Oberstrafse
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