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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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Bremen in der Hansa.

Zu diesem Bündnifs nun trat im Jahr 1284 die Stadt Bremen, durch Seefahrten in den Kreuzzügen bereits bekannt, durch Handelsvorrechte von Köni­gen und Fürsten, durch Vergleiche mit andern Städ­ten begünstigt. Durch Tuchhandel und Ausfuhr trefflichen heimgebrauten Biers, selbst über die See, durch Handel mit fettem Vieh, Leder, Käse und Butter aus Friesland, halte Bremen Handels­wichtigkeit und Beichthum, durch Fehden mancher Art, besonders durch Theilnahme an dem grofsen Siege der Lübecker bei Bornhövte, Kriegsruhm, durch entschlossene Stellung gegen den Erzbischof bedeutende Selbstständigkeit erlangt. Auf dem Han­setage hatte Bremen seinen Platz unmittelbar nach Cölln *).

Der Rath.

Nicht so bald aber zeigt sich städtische Selbst­ständigkeit, so erscheint auch das Resultat der Ge­schichte aller Freistaaten: regiersüchtige, gewaltthä- tige Bürger, welche das Regiment drückend und in ihren Familien fortlebend machen wollen; Geduld und Gehorsam von Seiten der Bedrängten, so lange

*)Wen de von Collen hier nicht sind, so hört idt (der Platz) alle Tidt den von Bremen. Wente Collen und Bremen sind unse Ertzhovetstede in der düdschen Hense," entschied der lü­beckische Bürgermeister Jakob PlesXauw. lienner a. 1372.