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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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standen, und letztere oft bedeutende Vortheile errang.

Indessen bedurfte die Stadt unter so wechseln­den und oft drohenden Verhältnissen, ohne Vortrags­weise von Kaiser und Reich bestimmte Unabhängig­keit, nur mit grofsen Freiheiten beglückt, keineswe- ges aber so ganz reichsfrei wie Regensburg und Lü­beck, eines Stützpunktes, ohne welchen sie jene Vortheile mit Erzbischof Giselbert nicht erlangt und die weitere Ausbildung ihrer Selbstständigkeit nicht zu Stande gebracht oder das Erlangte nicht behauptet haben würde.

Die Hansa.

In den dunkeln Zeiten der Gesetzlosigkeit bil­det sich ohne bestimmten Plan, wie ohne Schrift, eine Verbindung einiger wendischen und niederdeut­schen Städte, die den Handelsgeist wecht, und eben so neue Regriffe wie Waaren in Umlauf bringt, eine Verbindung, die, bis auf die schwachen Reste der heutigen Zeit, stets als Faktorin des inländischen Gewerbfleifses aufgetreten ist.

Gemeinsames Geschäft, vorzüglich Schiffahrt und Seehandel, gemeinschaftliche Sache in den Kreuzzügen, gemeinsames Kolonisiren im Nordosten von Europa, bringen eine Annäherung zwischen nord­deutschen Städten zu Stande, die von den an der Ostsee wohnenden christlichen Fürsten und Völkern erst für sich, dann auch für schwächere Städtever-

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