Druckschrift 
Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

theil. Mehrere der angesehensten Bürger zogen mit aus. Als in der langen Belagerung von Accon Krank­heit unter den Kreuzfahrern überhand nahm, da spannten Bremer und Lübecker gemeinschaftlich ein Segel zum Zelte aus, nahmen Kranke auf, verpfleg­ten sie, und diefs war der kleine Anfang des deut­schen Kitterordens. Otto von Karpen, der seines Gleichen nicht im gottseligen Wandel hatte *), ein Bremer Bürger, war zweiter Ordensmeister. Dreis- sig Jahre früher (1158) war ein auf Cabotage ausge­sandtes, reich beladenes Bremer Schiff in der Ost­see von seinem Weg abgekommen, mufste in die Dwina einlaufen, und gab Veranlassung zur Grün­dung der Stadt Kiga, und eines dauerhaften, vor- theilhaften Handelsverkehrs, wie zur Bekehrung der heidnischen Liefländer **). Von den Kreuzzü­gen hatten überhaupt die niederdeutschen Seestädte lange nicht den Vortheil, wie die italienischen; de­sto mehr aber von der Kolonisirung an der Ostsee und dem Handel mit diesen Kolonien.

Stadt und Erzbischof.

Als Bischof und Gemeine beide ihrem Vor­theil angemessen fanden, sich von dem Drucke des Königsvogts oder Hofrichters zu befreien, war es

*) Des Chronisten Ronners Worte.

**) Das Wappen der Stadt Riga, ein Schlüssel, bezeugt noch jetzt die alte Abstammung. Erzbischof Hartwich der Erste weihete den ersten lieftändischen Bischof Meinard; seine meisten Nachfolger kamen in den nächsten Jahrhunderten aus Bremen.