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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
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rung das Liebfrauen-Kirchspiel in drei getheilt wer­den mufste, ist gewifs jenem Recht zuzuschreiben.

Bremen zur See und im Auslande.

Mancherlei trug zur Vergröfserung der Macht und des Reichthums der Stadt Bremen bei. Der hohe Geist des Erzbischofs Adalbert *), seine Pracht­liebe, Gastfreundschaft, Freigebigheit, Freundlich­heit, sein scherzhaftes und herablassendes Wesen, sein weiter Wirkungskreis zog, als er im höhern Alter sich hauptsächlich in seinem Bischofssitze auf­hielt, aus allen Ländern der Erde, besonders aus dem Norden, eine Menge Menschen heran, dafs man das hieine Bremen das nördliche Rom nannte, und Abgeordnete aus Island, Grönland und von den or- hadischen Inseln gesehen wurden, die um Lehrer des Christenthums baten **). Hiedurch zog sich auch ein bedeutender Handelsverkehr nach Bre­men ***), der nur leider zu oft unter der unruhi­gen Regierung Adalberts durch Gewaltthaten aller Art gestört wurde.

An den Kreuzzügen nahm Bremen eifrigen An-

*) Er hatte sich vorgenommen,utnec dux, nec comes, nec ali- qua judicialis persona aliquam jurisdictionem nec potestatem in illo haberet" (Aut. inc. ap. Lindenbr.) Er zog auch als Feld­herr vor seinen Heeren. Wolter S. 42. Es lag gewifs nicht von seinen Gedanken sehr entfernt, im Norden den Pabst zu spie­len, darum nannte er gern Bremen seine parvula Roma.

**) Ad. Brem. 93 und 127.

***) Negotiatores, qui ex omni parte terrarum Bremam solitis fre- quentabaut mereibus, Ad. Br. 116.