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Ansichten der Freien Hansestadt Bremen und ihrer Umgebungen / von Ad. Storck. Mit 16 Kupfern
Entstehung
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Lage und Ursprung der Stadt Bremen.

Auf beiden Seiren der untern Weser wohnte ein Volk, das den Römern unter dem Namen Chau- cen bekannt war; ein Volk, von welchem Tacitus sagt, es besitze nicht allein sein Land, sondern fülle es auch; dieses unter den Germanen sehr ange­sehene Volk wolle seine Gröfse durch Gerechtigkeit, ohne Habsucht, ohne Leidenschaft, behaupten; ruhig und verborgen lebe es, ohne den Krieg zu scheuen, ohne ihn zu suchen; es sey nicht durch Raub be­kannt; der Chaucen Kraft und Tugend werde vor­züglich darin erkannt, dafs sie ihre Ueberlegenheit nicht durch Ungerechtigkeiten erlangten; doch alle seyen zum Kriege bereit, wenn es die Noth heischte, und sie Hosten auch im Frieden Ehrfurcht ein.

Zu diesem die Gerechtigkeit ehrenden Volke gehörte der offene Ort, der dicht an der Weser, dreifsig Stunden von der Stelle, wo sie jetzt durch Sandbänke sich in die Nordsee windet, lag, und erst zur Zeit Karl's des Grofsen, als der geehrte Namen der Chaucen in der allgemeinen Renennung Sachsen Untergängen war, unter dem Namen Bremen zur Kunde der Geschichte kam, nach dem er vielleicht von Ptolemäus, dem Geographen, mit dem unkennt­lichen Namen Phabiranum unter den vier und neun-