Nach dem Dur ch b r u ch
Ein Feldpostbrief Von Gefr. W inter
er erste Abschnitt liegt nun endgültig hinter uns. Die Ruhezeit gehörte noch hinein. Es war noch nicht die Zeit des Rückblicks. Dazu lagen die Dinge zu nahe. Zwar, es wurde viel erzählt, ln den Baracken, in den Bunkern, bei den Küchen — überall, wo Kameraden sich trafen, die sich einige Zeit nicht gesehen hatten — war es ein Berichten hin und her. Aber alles das diente nur der Auslösung. Man befreite sich von einem Druck. Die Dinge, die man erlebt hatte, standen so greifbar deutlich vor einem, daß man sich ihrer nur erwehren konnte, indem man sie nach außen stellte. Es war ein Sich-aussprechen-Müssen. Rückblick war es nicht. Oder man ruhte. Oder man war mit seinen Sachen beschäftigt, seinen Stiefeln, seinem Anzug, seinem Gewehr. Alles dies hing unmittelbar zusammen mit dem, was vorangegangen war. Es war Ausklang. Aber es war noch kein Gewahrwerden.
Jetzt haben wir auch das Gelände durchzogen, das die nach uns eingesetzten Divisionen hinzugewonnen haben. Wir sind wieder nahe am Feind, aber noch nicht in unmittelbarer Berührung. Ein neuer Abschnitt soll beginnen. Das Alte liegt hinter uns. Es sollte abgetan sein. Aber auf einmal schaut man zurück.
Fast ist es wie ein Erschrecken.
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