Der Aufmarsch
zur großen Schlacht in Frankreich
Ein Feldpostbrief Von Gefreiter Winter
er Schleier ist gefallen! Mit klopfendem Herzen habt Ihr gelesen, daß es losgegangen ist, und wie es weitergegangen ist, wißt Ihr vielleicht besser als wir. Und — nicht zuletzt — man darf wieder Briefe schreiben. Briefe! — Ich erzähle von Anfang an. — Wir lagen in Noyelles. Jetzt endlich darfst Du den Ort erfahren. Unsere Franzosen hatten uns schon tagelang mit spannungsvollen Blicken betrachtet, erschraken aber doch, als wir am Abend des 17. März plötzlich mit Stahlhelm und Tornister, Gewehr im Arm, die Treppe herunterkamen. Im Dunkel der Landstraße versammelten wir uns. Und dann ging es fort.
Endlose Kolonnen. Infanterie, Artillerie, Scharfschützenabteilungen, Bagagen. Wie riesengroß die Pferde aussehen in der Nacht! Am Himmel sprühen die Leuchtgeschosse der Ballonabwehrkanonen. Die feindlichen Flieger suchen durch abgeworfene Leuchtfallschirme ihr Auge bis auf die Erde hinabzusenken, hinein in die wie ein erdgrauer Riesen wurm dahinrollenden Truppenmassen. Das Grollen ihrer Bomben zeigt, daß sie irgendein Ziel erkannt zu haben glauben. Wir sind es nicht! Heiliger Florian —
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