Senatsbesuch im Felde
Von Hauptmann Engelhardt
n richtiget Mettensommerwetter,“ meinte LandsturmmannS., indem er vor die Tür trat, und schnüffelte in die Februarluft. Draußen standen schon drei und besahen sich die lustigen, heiteren Schafwölkchen, die friedlich über den blauen Himmel zogen.-
„Mettensommer-?“ machte der zweite
unter seiner Stummelpfeife hervor. „Na, weeßte, en beten kolt.“ Alle lachten. Denn freilich, der Himmel war so blau, daß die Häuser des kleinen feindlichen Dorfes unter einer Glasglocke zu stehen schienen. Die Sonne leuchtete wie im Frühling. Aber für Mitsommer war es doch ein bißchen kalt, da hatte der biedere Bremer recht. Der Boden war hart gefroren. Auf Bäumen und Sträuchern glitzerte der Reif wie Silberfäden am Weihnachtsbaum.
„Dussel!“ brummte der Landsturmmann; „ek meen, en richtiget Senatswetter.“ „Ach so! dat’s woll wahr!“
Es war ein Prachtwetter, ein Kaiserwetter, ein Senatswetter. Und heute kam er ja, der Vertreter des Senats und der ganzen Bürgerschaft, der regierende Bürgermeister von Bremen. Er wollte seine Fünfundsiebziger besuchen.
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