Weih nachten bei den 75ern
Von Hauptmann Engelhardt
etrus hatte sich die Müdigkeit aus den Augen gerieben und war sich zu seinem Schrecken gewahr geworden, daß er um ein Haar Weihnachten 1917 verschlafen hätte. Nun aber besann er sich auf seine Pflichten. Er öffnete die Riesenkiste, auf der „Ia dicke Schneeflocken“ stand, griff hinein und warf mit beiden vollen Händen auf die Erde hinunter, was er nur fassen konnte, sowie man in einen Sack Daunenfedern greift. Und die schmierigen Gräben da unten, die sich seit über drei Jahren vom Kanal bis zur Schweiz zogen, bekamen einen feinen weißen Teppich, in den leider zahllose tranige Stiefel sofort die schönsten Schmutzflecke traten, und über die Grabenwände wurden schneeige Stoffschoner gebreitet, so wie sie zu Großmutters Zeiten in der alltags verschlossenen guten Stube gelegen hatten. Die Handgranaten, die umherlagen, wurden zu zierlichen Kinderspielzeugen. Die klobigen Minenwerfer, die wie Riesenkröten auf dem Sprung in den Gräben hockten, hatten sich in putzige Bären mit molligem, weißem Fell verwandelt. Das Ganze wäre eine einzige große Weihnachtsbude gewesen, wenn nicht — das Knallen einzelner Gewehrschüsse, das
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