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Der Eierkuchen
Eine wahrhaftige Begebenheit aus dem Ruhequartier unseres Infanterie-Regiments „Bremen“
Von Landsturmmann Avenarius.
ein Kamerad M. hatte eines schönen Tages beim Durchstöbern seines Quartiers „nach vergessenen oder liegengebliebenen guten Dingen“, eine Leidenschaft, die ihn in jedem neuen Quartier befiel und ihn mit einem Stock unter Betten und Schränken herumfuchteln ließ, in der untersten und dunkelsten Ecke des Wandschrankes eine blaue Tüte entdeckt, deren Inhalt wir nach den verschiedensten Versuchen als „feinstes Mehl mit Vanillegeruch“ feststellten.
„Seid ihr wirklich so naiv,“ entgegnete ein Ungläubiger, „und meint, daß heutigen Tages jemand so einen Schatz selbst beim eiligsten Aufbruch im Stiche läßt? Was ihr da gefunden habt, ist Rattengift oder Läusepulver. Werft den* Schiet zum Teufel oder schickt’s eurer Großmutter!“ „Neidhammel, das sieht doch das kleinste Kind, daß das prima Mehl ist. Außerdem: wer sagt euch denn, daß ihr davon was abkriegt? Nischt da! Selber essen macht fett!“ Sprach’s und umfaßte liebend die Tüte und verschnallte sie in seinem Tornister und schob ihn unter sein Bett.
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