Eine Stunde vor dem Polygonwald
A u g e n b 1 i ck s b i 1 d vom 4. Oktober 1917 Von Unteroffizier Neu fei d
b^er uns noch einmal beasen wird? Der Gedanke spannt unsere Seelen zum Zerreißen. Eng aneinandergedrängt hocken wir zu fünfen mit angezogenen Knien in dem niedrigen Granattrichter. — Vor uns eine Hecke, gute Deckung gegen Fliegersicht. Hinter uns ein tiefer Grund mit einem schmalen Gewässer, dem Reutelbach, über den wir am Morgen sprungweise vorgegangen waren. Rechts auf der Höhe eine steinübersäte Trümmerstätte, einstmals das Schloß Polderhoek; das trichterdurchsiebte Stück Erde um uns mit den kahlen Baumstümpfen war der dazugehörige Park. Vor uns, kaum 150 Meter weit, sehen wir geduckte Gestalten auftauchen und schnell wieder verschwinden: Tommies. Rechts das wüste Stämmegewirr ist der Polygonwald.
Seit dem Vormittag kauern wir vom Infanterie - Regiment „Bremen“ hier als vorderste Linie. Dreimal haben wir heute in schwerem Feuer gelegen, seit gestern morgen haben wir nichts Warmes in den Magen bekommen. Jetzt neigt sich der Tag; es geht auf 7 Uhr. Ob wir heute wohl noch abgelöst werden ?
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