Der Sturm auf die Arbre-Höhe
am 7. Dezember 1915
Von Leutnant Rassow
ach ruhmreichem Anteil am westlichen Bewegungskrieg der ersten Monate 1914, nach langem, fleißigen Stellungskrieg an den fruchtbaren Ufern der Oise, war I. R. 75 „Bremen“ unter den weiten Himmel auf die dürren Kalkhöhen der Lausechampagne verschoben und hatte, halbeingeebnete Stellungen übernehmend, mit frischer Kraft tiefe Schützengräben, kilometerlange gewundene Laufgräben, kunstvolle Stollen und kecke Sappen in die widerspenstigen Kreidefelsen getrieben. Das waren Befestigungsarbeiten, deren Leiden und Freuden jede von oben bis unten weißbestaubte Champagnetruppe kannte. Nicht jeder Champagneabschnitt aber lernte so gut wie der unsrige die Tätigkeit der feindlichen Artillerie und Minen jeglichen Kalibers kennen.
Die Arbre-Höhe (oder Höhe 193), an deren Nordhange unsre erste Feuerlinie entlang lief, war die Schwesterhöhe der wenige Kilometer östlich gelegenen und unlängst vom Nebenkorps schneidig eroberten Butte de Tahure. Unsre Jungens von der nördlichen Wasserkante, denen bekanntlich weniger zündende Beredsamkeit als vielmehr wortkarges, entschlossenes Handeln nachgerühmt
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