Nachtstück
Von Kriegsfreiwilliger Lahusen
di habe die dritte Nachtwache. Der Regen hat aufgehört, es ist windstill, und ein trübes Halbdunkel lagert nun über der einförmigen Landschaft — Es ist totenstill. — Ich stehe in einem verlassenen Schützengraben. Hinter der Brustwehr läuft, an ihm entlang, ein Graben. Ich kann ihn von meinem Stande nicht sehen, aber ich höre das leise Gurgeln des träge fließenden Wassers. Plötzlich raschelt etwas, ich strecke den Kopf etwas vor, wie ein Hofhund — wohl ein Zweig im Wasser — nichts — ja, genau wie unser alter Hofhund Karo! Ich muß doch morgen mal fragen, wie es ihm geht — ich wollte doch gestern schon schreiben, — Herrgott ja, auch an Tante Adele, wegen der Schokolade. — Was würde die gute alte Tante Adele sagen, wenn sie mich hier sähe! Sie war immer so ängstlich, daß wir nasse Füße bekommen könnten, Husten und Schnupfen. Hier steht das Wasser wohl über einen halben Meter hoch im Graben. Wir sollten hier eigentlich Karpfen aussetzen, Schleie oder kleine rote Goldfische — Goldfische wie im Park von St. Cloud. O diese Sommerabende bei den Wasserspielen in St. Cloud! Aus kunstvoll geschnittenen
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