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Inventar der Quellen zur Geschichte der Wanderungen, besonders der Auswanderung, in Bremer Archiven / bearb. von Peter Marschalck
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etwaiger Beschwerden lag ein zweiter Schwerpunkt der Arbeit dieser behördenähnlichen Einrichtung im Schutz der Auswanderer während der Eisenbahnreise nach Bremen und auf dem Bahnhof in Bremen: Die wiederholten Verordnungen gegen die "Litzer", die die ankommenden Auswanderer zu bestimmten, nicht immer günsti­gen Herbergen lockten (und in den "runners" in den amerikani­schen Einwanderungshäfen ihre Entsprechung hatten), weisen auf die besondere Bedeutung dieses Problems hin. Gesetze zum Schutz der Auswanderer bei der Einschiffung und während der Überfahrt bestimmten die Menge und Qualität des mitzuführenden Proviants,

die Anzahl und Größe der Kojen im Zwischendeck, die Beleuch-

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tung, Belüftung und medizinische Versorgung und den Umfang von Rettungseinrichtungen an Bord. Die Einhaltung dieser Vor­schriften erforderte wiederum Kontrollen - nun nicht der Aus­wanderer, sondern der Unternehmer, Agenten und Schiffskapitäne - durch staatliche Behörden (Schiffs- und Proviantbesichtiger); Übervorteilungen der Auswanderer schließlich durch Auswande­rungsunternehmer und -agenten oder Schiffsmakler führten darü­ber hinaus zu strafrechtlichen Verfolgungen (etwa bei betrüge­rischen Geldwechselgeschäften) oder zu gesetzlichen Regelungen, z. B. über den Verkauf sogenannter "transatlantischer Billets" für die Weiterreise innerhalb der USA.

Die Ausrichtung des Auswandererschutzes vor allem an den Ein­wanderungsbestimmungen der USA war durch den hohen Anteil der Beförderung nach nordamerikanischen Häfen bedingt: Noch bis zum 1. Weltkrieg lag er bei über 90 %. Die anderen Einwande­rungsländer - besonders Kanada, Australien und die südameri­kanischen Staaten - gewannen nur zeitweise an Bedeutung, und das auch weniger wegen des Umfangs des Zustroms aus Bremen als durch besondere Umstände der Auswanderung wie der Ansied-

VI.

Nachdem die Zahl der über Bremen beförderten deutschen Auswan­derer Anfang der 1880er Jahre noch einmal einen Höhepunkt er­reicht hatte, ging ihr Anteil an der Gesamtwanderung deutlich