Einleitung
Zur Anlage des Inventars
Obwohl bei der Erarbeitung des Inventars die Fragen der überseeischen Auswanderung im Vordergrund standen, ist bei der Erfassung der Quellen von einem weitaus allgemeineren Wanderungsbegriff ausgegangen worden. Neben den überseeischen und kontinentalen Außenwanderungen (Aus- und Einwanderung, Transitwanderung, Rückwanderung, Ausländer in Deutschland, Deutsche im Ausland usw.) wurden auch die Binnenwanderungen (Wanderungen innerhalb Deutschlands), neben diesen "freiwilligen" (d. h. auf einen individuell gefaßten Entschluß zurückgehenden) Wanderungen auch Zwangswanderungen (Ausweisungen, Abschiebungen, Deportationen, Flucht und Vertreibung) berücksichtigt. Aufgrund dieses weiten definitorischen Konzepts ist das Inventar geeignet, als Hilfsmittel nicht nur für die traditionellen Zweige der Auswanderungsforschung, wie Beschreibung und Analyse des Auswanderervorgangs, oder die Bearbeitung genealogischer Fragestellungen, sondern auch für andere Bereiche der Migrationsforschung und darüber hinaus für die Erarbeitung neuer Erkenntnisse über die Zusammenhänge unterschiedlicher Wanderungsformen zu dienen.
Bis auf wenige Ausnahmen wurden nur solche Quellenbestände in das Verzeichnis aufgenommen, die bis zum Jahre 1958 entstanden waren. Diese zeitliche Grenze ist aus zwei Gründen gezogen worden: Erstens unterliegen die späteren Akten noch auf lange Zeit der Sperrfrist von 30 Jahren, zweitens und vor allem befinden sich die nach 1958 entstandenen Akten noch überwiegend in den entsprechenden Verwaltungen, so daß sie ohnehin bis zur Ablieferung an das Staatsarchiv im allgemeinen nicht zugänglich sind.
Es war das Ziel, möglichst alle Materialien zur Wanderungsthematik in das Inventar aufzunehmen, unabhängig davon, ob sie durch ihre Titel oder entsprechende Vermerke in den Findmit-