Vorwort
Thematische Inventare werden durch besondere Forschungsinteressen veranlaßt, denen mit Findbüchern für einzelne Bestände oder mit Beständeübersichten nur unzureichend geholfen ist.
In diesem Falle war es die Nachfrage nach Quellen zur Auswanderung, insbesondere von Bremen nach Übersee, die zum Projekt einer sachorientierten Aufbereitung des Archivmaterials führte. Doch sollte die Auswanderung nicht isoliert behandelt werden, sondern als Teil der bevölkerungsgeschichtlich relevanten Wanderungen, so daß das Inventar der wissenschaftlichen Migrations forschung insgesamt dienen kann. Dem starken genealogischen Interesse an der Auswanderung kommt das Inventar durch die Aufnahme der personenbezogenen Vorgänge und Hinweise auf Auswandererlisten entgegen.
Angesichts der Bedeutung Bremens als Auswandererhafen bildet die Überseeauswanderung den Hauptinhalt des Inventars. Diese ist daher in der Einleitung auch darstellend behandelt. Dadurch bestimmte sich auch die Auswahl der Institutionen, deren Bestände neben denen des Staatsarchivs inventarisiert worden sind: das Archiv der Handelskammer, das Focke-Museum, das zur Reederei Hapag-Lloyd gehörige Archiv des Norddeutschen Lloyd und - als einzige Behörde - die Abteilung Auswanderung beim Senator für Häfen, Schiffahrt und Verkehr. Den genannten Institutionen sei für ihr Entgegenkommen bei der Benutzung und Inventarisierung ihrer Bestände besonders gedankt.
Sicher lassen sich noch in weiteren Bremer Archiven und Sammlungen - von Kirchen, Vereinigungen, Unternehmen und Privatpersonen - Unterlagen zur Wanderungsgeschichte ausfindig machen Hier war Vollständigkeit nicht zu erreichen. Dafür wurden die reichhaltigsten Bestände, die des Staatsarchivs und des Archivs der Handelskammer, möglichst intensiv erschlossen. Die Titelaufnahme beruht - unter Berücksichtigung bisheriger Verzeichnungen - unmittelbar auf den Akten und konnte auf diese Weise relevante Inhalte auch dort erschließen, wo sie durch die internen Findmittel bisher nicht erfaßt waren. Insofern nähert