Teil eines Werkes 
2,1 (1972) Führer durch die Quellen zur Geschichte Lateinamerikas in der Bundesrepublik Deutschland / bearb. von Renate Hauschild-Thiessen u. Elfriede Bachmann
Entstehung
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Baden-Württemberg Hauptstaatsarchiv Stuttgart 43

den Auseinandersetzungen zwischen Unitariem und Föderalisten den Tod. Eine im Herzen der Provinz Buenos Aires 1865 gegründete Stadt trägt seinen Namen. Zu den prominenten Badenern in Brasilien zählt August Müller (geb. 1815), der schon als Kind mit seinen Eltern die Heimat verließ und 1851 ordentlicher Professor für Landschaftsmalerei an der Kunstakademie in Rio de Janeiro wurde. Josef Keller, großherzoglich badischer Bauinspek­tor, der den Mannheimer Hafen und verschiedene badische Eisenbahnlinien gebaut hatte, wurde 1856 mit der Anlage der Straße von Petropolis nach Juiz de Fora betraut; die Arbeiten wurden 1861 abgeschlossen und galten damals als größte Leistung auf dem Gebiet des Straßenbaus in Südamerika. Der Ingenieur Ludwig Daser aus Württemberg führte 1861 die ersten grö­ßeren Vermessungen in Costa Rica durch. Wilhelm Franck aus Stuttgart entwickelte in Mexiko die Fabrikation von Speiseöl aus Sesamsamen. Theo­dor Kölle aus Tieringen wurde Begründer des bekanntenGymnasiums Kölle" in Rio Claro (Brasilien). Die Benediktinermönche der Erzabtei St. Martin in Beuron (bei Sigmaringen) begannen 1909 mit der Indianer­mission am Rio Branco. Einen Beitrag zur wissenschaftlichen Erforschung Lateinamerikas leistete der bereits erwähnte Freiherr von Langsdorff er war von Beruf Arzt, der 1821 in Heidelberg seineBemerkungen über Brasilien" erscheinen ließ und 1825 die erste große Expedition zur Durch­querung des Landes zusammenstellte; er kehrte 1830 nach Deutschland zurück und starb 1852 in Freiburg. Herzog Friedrich Wilhelm Paul von Württemberg (17971860) unternahm mehrere Forschungsreisen durch Süd- und Mittelamerika, Westindien eingeschlossen. Baron Johann W. von Müller aus Württemberg bereiste 1856 Mexiko. Der Geograph Alfred Hettner, seit 1899 Professor in Heidelberg, führte Expeditionen in Peru, Bolivien, Chile und Südbrasilien durch.

Staatsarchive

Vorgesetzte Behörde:

Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Staatsministerium 7 Stuttgart, Richard-Wagner-Str. 15

Literatur: Max Miller, Baden-Württemberg (Teil des Aufsatzes: Aufbau und Organisation des staatlichen Archivwesens der Länder in der BRD), in: Der Archivar, Jg. 13, 1960, Sp. 219225. Baden-Württemberg (Teil von: Les grands depöts d'archives du monde), in: Archivum, Bd. XV, 1965, S. 3339.

HAUPTSTAATSARCHIV STUTTGART 7 Stuttgart, Konrad-Adenauer-Str. 4

Das Hauptstaatsarchiv Stuttgart ist zuständig für die Zentralbehörden (Mini­sterien) des Landes Baden-Württemberg. Es verwahrt ferner die Archivalien des Herzogtums Württemberg und der zu Anfang des 19. Jahrhunderts an Württemberg gefallenen geistlichen und weltlichen Herrschaften im heutigen Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollem.