Gipfel erzbischöflicher Landeshoheit. 483
kampfbereit und wohlerbaut, daß verständige Leiter, rachhafte, in ihr angesehene Männer in der Vorderreihe stehen, am Orte wo mal Fränkische und Sächsische Vögte hausetcn und herrschten. Sie hat ihre Erfahrungen nicht vergessen und wird vor allem Haus und Heerd bedenken und berathen, wie schon durch gepriesene Schöffen, wohlerfahrne Wp-k- und Schiedsmänner und erlesene Bürger vordem geschehen.
Die erzbischöfliche Landeshoheit hatte unter Gerhard II, ihren Gipfel erstiegen, seine lange und glückliche Regierung sah sich mit glänzendem Erfolge gekrönt und war dem städtischen Interesse, dem Ringen der Gemeinde nach Selbständigkeit mit Macht in den Weg getreten. In seinen Kriegen glücklich war er es nicht minder in seinen politischen Unternehmungen. Hatte Adalbert die Grafschaft Lesum und vieles andere Land an das Erzstift gebracht, besaß er nun auch die Grafschaft Stade, die Stadt und Propstei Wildeshausen mit Zubehör, gleichwie die weltlichen Rechte an Hamburg und Dithmarsen, welche in Folge des Sieges bei Bornhövede, wo er befehligte, der Herzog Albert von Lauenburg und Hadeln durch Vertrag im 1.1228 abgetreten hatte. So war auch durch die in alter Zeit mächtigen Grafen von Stotel die große Vogtei Bramstede an ihn abgetreten. Die ketzerischen Stedinger waren bei Hova geschlagen, später gänzlich im eigenen Lande besiegt und fast vertilgt und in blutiger Glorie prangte unser Kirchenfürst. Die Wurster, Rustringer und Friesen wurden in Zaum gehalten und das Ostcrstadische war unterwürfig. Gegen Herzog Otto von Braunschwcig Lüneburg war das Schloß Langwedcl aufgeführt und dieser heftige Widersacher mußte sich vor Gerhard II. znr Ruhe geben, der bei den Kaisern in Ansehen stand und noch mehr bei den Päpsten, die wenn sie vor Gregor VII. 1073—1085, für die Herrschaft über die Kirche, nun für die Freiheit und die Herrschaft der Kirche über Kaiser, Fürsten und Länder kämpften und durch die höhere Macht des Geistes siegten. Der hartnäckige Papst Gregor IX. hatte über den hochsinnigen Hohenstaufen Kaiser Friedrich II. den Bann gesprochen, alle seine Unterthanen des Eides der Treue entbunden und den Leib des Kaisers dem Teufel übergeben, damit die Seele gerettet werde,
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