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Geschichte Bremerhavens / von Georg Bessell
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NEUNTES KAPITEL

DIE REVOLUTIONSJAHRE 184852

Ausbruch der Revolution

Die politische Bewegung des Jahres 1848, die kaum einen Winkel Mitteleuropas unberührt ließ, ist auch für Bremerhaven in vielen Beziehungen bedeutungsvoll geworden. Sie verhinderte die Wieder­aufnahme des Kirchenbaus ebenso wie den weiteren Ausbau der Ocean Steam Navigation Company. Sie störte den optischen Tele­graphen der Unternehmer Schmidt mußte, anscheinend aus poli­tischen Gründen, fliehen, und sie verzögerte den Bau des Neuen Hafens. Sie brachte die Frage der Bremerhavener Gemeindever­fassung ins Rollen, und sie erweckte für kurze Zeit ein neues, buntes Leben am Hafen und machte Bremerhaven zum erstenmal in Deutsch­land bekannt: als den in Aussicht genommenen Kriegshafen für die neugegründete deutsche Flotte, dieses Lieblings- und Sorgenkind der nationalen Sehnsucht von 1848.

Die politischen Gemüter waren schon seit einiger Zeit erregter als sonst. Aus Hannover berichtete Duckwitz, gleichzeitig mit Nach­richten über den Streit wegen des Neuen Hafens, am 19. Februar, die Rede Bassermannsder in der Badischen Kammer ein deutsches Parlament gefordert hatte habeungeheuren Eindruck" gemacht. Alle sagen unverhohlen, er habe recht, und es müsse etwas Derartiges geschehen." Auch in Bremerhaven herrschte schon vor der Pariser Revolution eine gewisse politische Spannung. Die ungewohnte Opposition und Selbständigkeit der Bremerhavener Einwohner bei der vom Amtmann eingeleiteten Kirchenvorstandswahl Ende Februar war schon ein Zeichen dafür. Aber es waren bereits wich­tigere Dinge im Gange. Auch Bremerhaven hatte seine Demokraten, die für dieFreiheit des Volkes" wirkten. Hatte man sich bisher