ACHTES KAPITEL
WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG INDEN VIERZIGER JAHREN
Grundsteinlegung der Kirche
Das Jahrzehnt von 1830—1840 hatte den Beginn des nationalen wirtschaftlichen Aufstiegs in Deutschland gebracht. Der Zollverein und die ersten Eisenbahnen waren seine sichtbarsten Zeichen. Aber im Ganzen, im Leben des Volkes, war noch bis zum Ende des Jahrzehnts von dem Nahen einer neuen Zeit nur wenig zu spüren. Erst in den 40 er Jahren kam mit dem schnell fortschreitenden Bau der Eisenbahnen, den „dies arme, politisch zersplitterte Geschlecht" mit so überraschender Tatkraft und Entschlossenheit ins Werk setzte, eine so plötzliche Wandlung aller Lebensgewohnheiten, daß Deutschland in ganz kurzer Zeit „einen völlig veränderten Anblick darbot". Dasselbe Jahrzehnt sah die erste große politische Bewegung des deutschen Volkes. Mochte sie auch ihr Hauptziel nicht erreichen, so wurde im einzelnen doch manches gewonnen, was als dauernde Verbesserung blieb; manche mittelalterliche Freiheitsbeschränkung wurde jetzt erst endgültig beseitigt. Und vor allem waren überall Kräfte geweckt worden, die dem Volksganzen nicht wieder verlorengingen; fanden sie in der Politik keinen Raum zu erfolgreicher Betätigung, so wurden sie im Wirtschaftsleben wirksam: in den 50er Jahren entstanden die ersten Großbetriebe im Bankwesen, in der Industrie und in der Seeschiffahrt; 1857 wurde der Norddeutsche Lloyd gegründet.
Von beiden Bewegungen, der politischen nicht weniger wie der wirtschaftlichen, ist auch in der Bremerhavener Geschichte nicht Unwichtiges zu berichten, und gerade die Jahre um 1848 sind eine besonders bedeutungsvolle Zeit in der Entwicklung unserer Stadt. Man fühlte selbst, schon vor 1848, den „Anfang eines neuen Ab-