ZWEITE S
KAP T T E L
DIE KARLSBURG
Das Ende des Dominium Visurgis
uch nach dem Verlust des Stad- und Butjadinger Landes hat
l\Bremen noch eine bedeutende Stellung an der Unterweser gehabt. Noch gehörten ihm Bederkesa und Lehe; Stotel und Wührden besaß es als Pfänder, und es gelang ihm sogar noch einmal, einen wertvollen Zuwachs an Gebiet zu gewinnen, als es 1436 nach längerem Streit von den Rittern von Borch Schloß und Amt Blumenthal mit dem Gericht Neuenkirchen erwarb, einen Streifen am rechten Weserufer, der sich in einer Breite von 4 km von der Mündung der Lesum bis zum Einfluß der Hunte erstreckte. Noch war das Ziel, auch territorial die Weser zu beherrschen, nicht aus den Augen verloren. Auch jetzt noch hat Bremen mehrmals Burgen zerstört, die an der Weser erbaut wurden. Denn immer noch erfüllten unaufhörlich die zahllosen Fehden, bald mit Oldenburg, bald mit Ostfriesland, ja, mit einzelnen Rittern, wie dem bremischen Lehnsmann auf Stotel (1428) das Land, und immer wieder wurde der Versuch gemacht, das alte Recht der Stadt zu verletzen, von Oldenburg 1474 mit der Burg Altena bei Elsfleth und 1509 gar vom Grafen Edzard von Ostfriesland, der damals seine Herrschaft bis an die Weser ausgedehnt hatte. Bremen selbst hat noch einmal gehofft, auf dem linken Weserufer Fuß fassen zu können, und in einer der Fehden mit Oldenburg (1474) den Besitz des Kirchspiels Hammelswarden mit Lienen und Brake erstrebt. Es ist ihm nicht gelungen.
Der hansische Handel stand noch immer in hoher Blüte. Allmählich nahm doch die Sicherheit zu, in Deutschland wie im Ausland, zur See und auf dem Lande. Der Wohlstand wuchs und förderte den Absatz. Die Erschließung der neuen Meere und Kontinente, die am Ende des 15. Jahrhunderts das Bild der Erde für den Abendländer so